Folders: Eine App, Kapstadt und 3 Pudel

Die Geschichte unseres Virals begann Anfang 2012. Christian, Martin und ich sprachen über weitere Vermarktungs-Möglichkeiten unserer App. Irgendwann kamen wir auf die Idee, einen Spot zu produzieren. Schnell waren wir uns aber einig, dass es keiner dieser selbstgedrehten Amateurspots sein sollte – im Gegensatz zu vielen anderer App- oder Businesssofware-Herstellern.

Auszug aus dem Scrpit.

Auszug aus dem Scrpit.

Auszug aus dem Storyboard.

Auszug aus dem Storyboard.

Nachdem wir in den kommenden Wochen die ersten Ideen zusammengetragen hatten, begann ich mit den Entwürfen des Drehbuchs und des Storyboards. Das für mich Spannendste an solchen Prozessen ist, zu sehen, wie sich die erste Idee eigenständig weiterentwickelt. Dazu gehört auch etwas Unvermeidliches: Ich verwarf die ersten vier Versionen des Drehbuchs und Storyboards wieder, bis ich schließlich die Idee für des Real Estate Agent Steve und der exzentrischen Millionärin hatte. Mrs Hoover, eine alte, resolute Dame mit ein paar Klischees. Hier und da etwas überzogen inszeniert. Die Figur schuf einen guten Kontrast zu Steve und dennoch war mir wichtig, dass sie im Grunde etwas Sympathisches besaß.

Mrs Hoover

Mrs Hoover

Ein Auszug meiner Rollenbeschreibung: 

Character: 
Mrs. Hoover (client)

Description: 
Mrs Hoover is the last member of a wealthy industrial family.
She knows exactly what she wants and is demanding. She is exclusive and well dressed, well educated and quite a bit snobbish. But she can be very gentle as well. Mrs. Hoover has her own sense of humor and likes the fine things in life.
Most important to her: Her dogs.

Detailed physical description
Age: 55-75 distinguishing 
Hair: blond/bright white, eyes: blue or green
Height: 158-160 cm, weight: 55-58 kg

What is the principal function of this character? Antagonist
....

In einem nächsten Schritt mussten wir eine passende Produktionsfirma finden. Unsere Wahl fiel auf Martin Heyneke und Cyclon Films. Martin und sein Team schickten uns umgehend Vorschläge zur Location, zum Regisseur und zu den Schauspielern und Christian und ich trafen eine Auswahl.
 
Blauer Himmel und über 20 Grad – so begrüßte mich das Wetter an einem der für mich schönsten Orte der Welt: Kapstadt. „Dieser Ort ist magisch!“ – Ich weiß noch, dass ich diese Worte sehr oft gebraucht habe, um Kapstadt während und nach meiner Reise zu beschreiben.

Martin Heyneke, unser Executive Producer, empfing mich am Flughafen. Wir fuhren direkt zu Cyclon Films in die Old Biscuit Mill in Woodstock. Ein Ort voller Kreativität: Kleine Geschäfte, lokale Designer, Handwerker und Galerien. Martin und seine Mitarbeiter sorgten dafür, dass ich mich sehr wohl fühlte und informierten mich über die Pre-production und das weitere Vorgehen der nächsten Tage. Am Nachmittag traf ich Daniel Bruce, unseren Regisseur, und David Leite, unseren Producer, die bis dahin die von uns ausgewählte Location besichtigten.
Den Nachmittag verbrachten wir damit, die Darsteller für die zwei Bodyguards der Mrs Hoover zu casten. Bis zum Drehtag musste Einiges geplant und organisiert werden: 
Wir legten die Garderobe der Schauspieler und weitere Ausstattungdetails fest und Daniel, David und ich trafen uns in meinem Hotel, um das Drehbuch noch einmal durchzugehen. Wir strichen hier etwas, fügten dort etwas hinzu.

Mrs Hoovers Bodyguard

Mrs Hoovers Bodyguard

Am 19.11. 2012 war es dann soweit: Drehtag. Leider war dies der einzige Tag in diesen zwei Wochen, an dem es regnete. Abgesehen davon, dass wir den Bentley mehrmals reinigen mussten, bereitete uns der Regen allerdings keine grossen Probleme. Um 6:00 Uhr morgens begann die Crew, die Dreh-Location vorzubereiten: Strahler wurden positioniert, Pumpen geschleppt, Kabel gelegt und die Straße vor dem Haus teilweise abgesperrt. Wir begannen mit den Außenaufnahmen, sodass das Art Department und die Techniker Zeit hatten, das Haus vorzubereiten. Alles war detailliert geplant, wie zum Beispiel das Auspumpen des Pools, um dort  anschließend das „Hundebett“ mit den Kissen zu vorzubereiten. Dennoch war Daniel immer offen für Improvisationen: „Warum lassen wir den Pudel nicht einfach auf dem Laufband laufen?“ Gesagt, getan. 

Nach einem erfolgreichen Tag fiel die letzte Klappe wie geplant um 22:00 Uhr. Eine wirklich tolle Leistung des gesamten Teams! Christian und mich beeindruckte es sehr, wie ein Team mit über 40 Personen so effizient, entspannt und fokussiert arbeitete. Wir ließen den Drehtag begeistert an der Waterfront ausklingen. Die letzten Tage in Südafrika waren sehr technisch. In einem Studio außerhalb von Kapstadt begannen wir, das gedrehte Filmmaterial nachzubearbeiten. Das Endergebnis war ein 1:18 Minuten langer Film in Kinoformat und -optik.

Mit dem fertigen Viral und vielen schönen Eindrücken im Gepäck flog ich am 26 November 2013 zurück in die Schweiz

Impressionen vom Set.

Impressionen vom Set.

Posted on December 2, 2013 .